Die Methodik Working Out Loud gestaltet Zyklen von 12 Wochen Dauer. Jeder braucht dafür eine Stunde pro Woche. Kleingruppen von fünf Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Abteilungen, Berufen, Hintergründen tun sich für diesen Zeitraum zusammen, um den Zyklus gemeinsam zu durchlaufen. So entsteht vernetztes Arbeiten, das aus ganz unterschiedlichen Quellen befruchtet wird. Transparenz und Kooperation statt Konkurrenz und Geheimniskrämerei. Wissen wird geteilt und kann sich multiplizieren – es bilden sich Grundlagen für neue, disruptive Ergebnisse.

Meine junge, kreative Kollegin Marielouise Mieschner hat ein kurzes, unterhaltsames Video gedreht, das einen ersten Überblick über die Aufgaben der einzelnen Arbeitswochen in #wol-Projekten gibt. Ich wünsche Ihnen gute, informative Unterhaltung:

Lassen Sie uns doch bei dieser Gelegenheit einen kurzen Blick in die einzelnen Arbeitswochen eines Working-Out-Loud-Zyklus werfen. Worum geht’s? Und wie sehen die einzelnen Arbeitsaufträge ganz konkret aus?

Woche 1:

„Chose a simple goal and list people related to it“ – „Entscheide Dich für ein Ziel & erstelle eine erste Liste von Leuten, die damit in Verbindung stehen“

Alles beginnt mit einem Ziel, das Ihnen am Herzen liegt, und das sich innerhalb von zwölf Wochen erreichen lässt. Sie beschreiben kurz, knapp und messbar, was Sie sich vornehmen wollen. Das ist Schritt 1. Dann überlegen Sie sich, welche Menschen Sie bei der Erreichung Ihres Zieles unterstützen können, wen Sie also mit im Boot haben sollten oder wer Ihnen wertvolle Tipps geben kann.

Woche 2:

„Offer your first contributions“ – “Deine ersten Beiträge”

Working Out Loud lebt von einem wertschätzenden Miteinander. Hier werden Sie sich klar darüber, wer bereits zu Ihrem Unterstützer-Netzwerk gehört, und Sie beginnen, bestehende Beziehungen zu vertiefen. Sie machen sich die Wünsche, Bedürfnisse und Ziele dieser Persönlichkeiten bewusst, geben Rat und Unterstützung, pflegen Kontakte über soziale Netzwerke online und offline und teilen Ihre Arbeit.

Woche 3:

„Take three small steps“ – “Mache drei kleine Schritte”

In der dritten Woche setzen Sie den Beziehungsaufbau mit den für Ihr Projekt wichtigen Stakeholdern fort. Bereits jetzt werden Sie den Austausch mit Ihrem Circle-Kolleginnen und Kollegen besonders schätzen: Ihr Vorhaben gerät nicht, wie bisher so oft, über den Anforderungen des Alltags in Vergessenheit. Sie erleben, welche Maßnahmen andere erfolgreich einsetzen und werden immer wieder neu inspiriert.

Woche 4:

„Earn someone’s attention“ – „Errege Aufmerksamkeit“

Wertschätzung, Dank und Empfehlung, das sind die sozialen Instrumente, die Sie während eines Working-Out-Loud-Zyklus besonders intensiv nutzen werden. In dieser Woche gehen Sie noch einen Schritt weiter und knüpfen den Kontakt zu zentralen Entscheidern. Mit den anderen Mitgliedern Ihrer Gruppe diskutieren Sie zudem Ihre Pläne zur Umsetzung Ihres Zieles und können den eingeschlagenen Kurs korrigieren oder erweitern.

Woche 5:

„Make it personal“ – „Zeige Dich“

Das Motto dieser Woche lautet: Zeigen Sie sich! Das bedeutet nicht unbedingt, dass Sie sich selber auf die Bühne begeben sollten. Es reicht, wenn Sie die Vertiefung Ihrer Beziehungen fortführen, zum Beispiel, in dem Sie auf Blogbeiträge oder Social-Media-Posts Ihrer Stakeholder reagieren oder Empfehlungen aussprechen – kurzum: indem Sie anderen das Spotlight überlassen.

Woche 6:

„Improve your Visibility“ – „Verbessere Deine Sichtbarkeit“

Hier analysieren Sie gemeinsam mit Ihren Teamkollegen die Ergebnisse Ihrer bisherigen Anstrengungen, online und offline: Welche Erfolge haben Sie erreicht? Welche Maßnahmen sollten Sie intensivieren, wie können Sie Ihre Sichtbarkeit weiter verbessern?

Woche 7:

„Be purposeful“-„ Sei zielgerichtet“

Behalten Sie die Ausrichtung auf Ihr Ziel im Fokus. Erlauben Sie sich den Ausblick auf die nächsten Schritte und Pläne, die Sie nach Ihrem ursprünglichen Working-Out-Loud-Ziel in Angriff nehmen wollen. Sie ordnen dieses Vorhaben in einen umfangreicheren Zusammenhang ein: Welche Möglichkeiten stehen Ihnen offen, wenn Sie dieses Ziel erreicht haben werden?

Woche 8:

„Become more systematic“- „Werde systematischer“

Sie achten diese Woche noch stärker darauf, wie Sie kommunizieren und damit wie gut Sie Ihre Beziehungen pflegen. Während zum Beispiel im westlichen Kulturkreis der Empfänger dafür verantwortlich ist, dass die Botschaft ankommt, ist in Asien ganz selbstverständlich der Absender dafür verantwortlich. Machen Sie sich dieses Prinzip zu eigen und festigen Sie mit einer konsequenten Empfänger-Orientierung Ihre Beziehungen.

Woche 9:

„Explore more original contributions“ – “Entdecke neue eigene und authentische Beiträge”

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie eigene Gedanken, Ideen und Beiträge formulieren und in Ihr Netzwerk einspeisen sollten. Sie haben erst gegeben, und können jetzt erste Ergebnisse ernten, nämlich die Bereitschaft, Ihnen zuzuhören und Ihre Ideen weiterzutragen. Sie können mit verschiedenen Formaten, Medien und Inhalten experimentieren und sammeln wertvolles Feedback.

Woche 10:

„Make it a habit“ – „ Mache es zur Gewohnheit “

Mittlerweile ist Ihnen die wertstiftende Kommunikation mit Ihrem Netzwerk zur Gewohnheit geworden. Schritt für Schritt haben Sie Multiplikatoren wie Influencer, Konferenzen oder Onlineplattformen entdeckt und damit Ihre Einflusssphäre ausgeweitet. Durch nachhaltige Aktivitäten haben Sie Vertrauen bei wichtigen Stakeholdern aufgebaut – man kennt und mag Sie und vertraut Ihnen.

Woche 11:

„Imagine the oportunities“ – „Stelle Dir die Möglichkeiten vor“

Was Sie über viele Wochen aufgebaut haben, trägt jetzt Früchte: In Ihrem Netzwerk findet nicht nur lineare Entwicklung statt. Sie erhalten die Unterstützung, die Sie für die Erreichung Ihres Ziels brauchen. Es entstehen darüber hinaus völlig neue Ideen, Kooperationen und Ansätze. Scheinbar Unmögliches rückt plötzlich in greifbare Nähe – für Sie, Ihre Arbeitsgruppe und die Mitglieder Ihres Netzwerks.

Woche 12:

„Reflect and celebrate“ – “Reflektiere und feiere”

Geschafft! Sie haben mehr erreicht als „nur“ Ihr Ziel: Sie haben Freundschaften geschlossen, neue Kontakte gewonnen, Beziehungen vertieft und dazu beigetragen, dass die Arbeitswelt ein besserer Ort wird. Ein Ort, an dem Wertschätzung zählt und der Mensch im Mittelpunkt steht. An dem unglaubliche Ergebnisse erzielt werden, weil nicht die Hierarchie, sondern das menschliche Miteinander gepflegt wird. Herzlichen Glückwunsch!

Ilona Libal ist Diplom-Informatikerin und IT-Projektleiterin bei einem Automobilkonzern. Wie Arbeit aussehen kann, die begeistert, Freude macht, vernetzt – dazu erzählt sie in diesem Blog Geschichten von tollen Menschen und Veränderungen. Sie möchte Wissenswertes verfügbar machen und Schwung in den Arbeitsalltag ihrer Leser bringen.

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